Leitbild

Unsere pädagogische Arbeit basiert auf der Auffassung, dass soziale und psychische Probleme durch frühe unsichere Beziehungserfahrungen und damit einhergehende Misshandlungen zustande gekommen sind. Eine sichere Bindung kann aus dieser Sicht nur dann aufgebaut werden, wenn die Bedürfnisse nach Akzeptanz und Annahme erfüllt werden. Diese versetzt das Kind, bzw. den Jugendlichen in die Lage, seine sozialen, intellektuellen und emotionalen Möglichkeiten zu entfalten, d.h. ein positives Selbstbild (vgl. Carl Rogers) zu entwickeln. Ein negatives Selbstbild und die daraus resultierenden Störungen des Verhaltens, der Gefühle oder der Fähigkeit, vertrauensvollen Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, tritt gewöhnlich dann ein, wenn die Bestätigung, positive Zuwendung und zuverlässige Verfügbarkeit der Bindungsperson nicht gegeben ist und war.

Sogenannte falsche Muster der inneren Repräsentation ihrer Erfahrungen wenden Jugendliche dann auf die unterschiedlichsten sozialen Situationen an, so dass sich diese Reaktionsmuster im Laufe der Zeit verselbstständigen. Dieses Selbstbild/Lebenseinstellungen beinhaltet den Zwang zur Wiederholung des Alten/Bekannten, welches dem Selbstbild entspricht und als vertraut wahrgenommen wird; neue Erfahrungen können nicht gemacht werden. Die Folge können soziale Auffälligkeiten, wie sozialer Rückzug, Delinquenz, Depressionen, Schulversagen, Konzentrations-störungen, Gewaltbereitschaft oder Betäubungsmittelmissbrauch sein. Eine solche Störung dient oft nur noch der Erhaltung des eigenen Selbstbildes, der eigenen Identität, bzw. der Suche nach dieser und verhindert somit die Entfaltung zur „fully-functioning-personality (Carl Rogers), was Jugendliche lebensunfähig oder lebensuntüchtig machen kann und sie somit aus der Gesellschaft herausfallen lässt. Die Entfaltung und damit die Gesundung der Persönlichkeit (positives Selbstbild) kann nur durch neue positive Erfahrungen mit Bezugs-/Bindungspersonen erreicht werden, die den Jugendlichen zunächst da abholen, wo er steht (heilpädagogisches Prinzip). Erst individuelle Betreuung und neue, bewusst gestaltete Beziehungserfahrungen ermöglichen es den Jugendlichen vertrauensvoll zu reagieren, ein eigenverantwortliches Leben zu führen und freie konstruktive Entscheidungen zu treffen.